Wir haben unsere Mitarbeiterin Renate S. interviewt!

Stell dich bitte kurz vor.
Ich heiße Renate S. und bin seit dem 01.07.2022 als examinierte Krankenschwester bei Horizont. Im Januar dieses Jahres habe ich meinen Beatmungsbasiskurs gemacht und kurz darauf ein Praktikum absolviert – seither arbeite ich allerdings nicht mehr mit beatmeten Patienten.

Welche Stationen hast Du in Deiner beruflichen Laufbahn bisher durchlaufen? Wie verlief dein beruflicher Werdegang?

Ich war beispielsweise viereinhalb Jahre in der Psychiatrie tätig, dann 15 Monate in der Seniorenpflege, was leider eine sehr belastende Zeit war. Danach war ich 23 Jahre nicht im Pflegeberuf, bevor ich wieder eingestiegen bin.

Wie bist du zu Horizont gekommen?
Über einen Patienten, den ich bereits seit 2020 privat betreut habe. Als seine Mutter eine häusliche Versorgung suchte, kamen mein Kollege und ich gemeinsam zu Horizont – das war ihre Bedingung. Mittlerweile bin ich seit drei Jahren fest im Team.

Was bedeutet Dir die Arbeit mit schwerstbehinderten Menschen – insbesondere mit Deinem aktuellen Patienten? Was ist das Besondere an Deinem jetzigen Patienten?Seit Anfang April betreue ich einen neuen, jungen Patienten – eine Besonderheit ist, dass ich ihn an seinem Arbeitsplatz in den Caritas-Werkstätten begleite. Der Kontakt zu den anderen dort macht mir große Freude. Mein Patient ist schwerstbehindert, aber sehr intelligent. Er hat einen hohen Schulabschluss gemacht und steuert alles über seine Augen – sogar seinen Elektrorollstuhl. Wir kommunizieren über seinen Talker, lachen viel und verstehen uns gut. Wegen starker Spastiken braucht er oft Unterstützung, und ich merke, dass es ihm guttut, wenn jemand für ihn da ist.

Wie sieht deine aktuelle Arbeit aus?
Seit April betreue ich einen jungen Patienten an seinem Arbeitsplatz in den Caritas-Werkstätten. Es ist eine besondere und sehr bereichernde Aufgabe. Mein Patient ist schwerstbehindert, aber sehr intelligent und kommuniziert über einen Talker. Wir verstehen uns gut, lachen viel – die Arbeit mit ihm macht mir große Freude. / unheimlich viel Spaß

Worauf freust Du Dich, wenn Du zur Arbeit gehst? Was gibt Dir die Arbeit zurück – emotional, menschlich, persönlich?

 Ich habe meinen Beruf mal gelernt, um anderen Menschen zu helfen. Und ich bekomme sehr viel auch wieder. Gerade auch von den Patienten, die ich jetzt habe, habe ich auch viel zurückbekommen. Also wenn so ein schwerkranker Mensch dann lacht oder die Arme nach einem ausstreckt und sich freut, weil man nach drei Wochen Urlaub oder auch nur nach freien Tagen wiederkommt, dann geht mir persönlich das Herz auf und da bekomme ich ganz viel wieder.Und jetzt bei meinem neuen Patienten ist das halt jeden Tag so. Und was da eben auch toll ist, ich bin da in der Caritas-Werkstatt, wo er arbeitet. Er arbeitet in einer Archivierung, weil er macht alles ja mit den Augen, auch seine Arbeit. Und die haben mich aufgenommen, als würde ich da schon seit Jahren arbeiten. Und jeder redet mit mir und wenn wir morgens kommen, begrüßen mich alle. Also das ist von allen Seiten, das ist einfach nur schön. Ich freue mich jeden Tag auch zur Arbeit zu gehen, fühle mich wohl und bekomme ganz, ganz viel, egal auch von den vorherigen Patienten.

Was bedeutet dir deine Arbeit persönlich?
Sehr viel. Ich habe den Beruf gewählt, um Menschen zu helfen. Wenn ein Patient mich nach ein paar Tagen Abwesenheit freudig begrüßt, ist das für mich unbezahlbar. Bei meinem jetzigen Patienten fühle ich mich zudem auch durch das Umfeld in der Werkstatt sehr willkommen.

Was schätzt Du besonders an der Zusammenarbeit und dem Miteinander bei Horizont? / Wie erlebst Du den Austausch und die Unterstützung im Team und durch die Leitung bei Horizont? / Warum bist Du gerne bei Horizont?

Ich bin bei Horizont sehr zufrieden, weil ich persönlich immer Ansprechpartner hier habe, wenn es irgendwelche Probleme gab oder gibt. Und die Teams, die ich bisher erlebt habe, sind auch schwer in Ordnung. Und untereinander, die Kollegen, wir verstehen uns meistens direkt auf Anhieb. Und wenn es Unklarheiten gibt, dann wird erst mal miteinander darüber gesprochen. Und das finde ich auch gut. Es ist wirklich auch ein gutes Miteinander. Gute Gespräche. Auch viel Beistand von der Leitung. Also, man kann hier mit jedem reden. Und wenn ich Probleme hatte, komme ich eigentlich sehr gerne persönlich hier ins Büro. Da ist immer jemand, der ein offenes Ohr für mich hat. Weil ich bin es eher gewohnt, dass man so persönlich miteinander redet. Also, so viel über Internet oder so ist nicht so mein Ding. Ich bin sehr gerne bei Horizont.

Wie erlebst du das Miteinander bei Horizont?
Sehr positiv. Ich finde jederzeit Ansprechpartner und Unterstützung und es ist immer jemand da, der ein offenes Ohr hat – sei es im Team oder von der Leitung. Probleme werden offen besprochen, was ich sehr schätze.

Gab es Situationen, in denen Du an Deine Grenzen gekommen bist – körperlich oder emotional?

 Es gab auch Patienten, ich habe einiges ausprobiert in den letzten Monaten. Oder es wurde mir gesagt, da gab es auch Leute, das ging nicht. Das habe ich dann hier auch kommuniziert und da habe ich sofort Verständnis von der Leitung für gehabt. Und das finde ich einfach toll, dass man dann auch sagen kann, tut mir leid, aber das ist nichts für mich. Und ich war nochmal über 23 Jahre nicht in meinem Beruf und das merke ich halt. Und ich bin auch nicht mehr so ganz die Jüngste und das merkt man. Also ich merke das einfach, obwohl mir das weiterhin Spaß macht, der Beruf, aber ich stoße halt öfter an meine Grenzen als damals, als ich nach Mitte 20 oder an die 30 war.                      

Gab es Situationen, in denen du an deine Grenzen gekommen bist?
Ja, körperlich und emotional. Nach über 23 Jahren Pause im Beruf und mit zunehmendem Alter spüre ich meine Grenzen deutlicher. Aber ich bekomme von Horizont immer Verständnis und Unterstützung, wenn eine Situation nicht passt.

Was wünschst Du Dir für Deine verbleibende Berufszeit?

Ich bin sehr dankbar für Horizont und das Verständnis, das mir entgegengebracht wird. Wenn meine Gesundheit das schafft und Horizont weiterhin mir hilft und mit mir zufrieden ist, würde ich gern bis zu meiner Rente bei Horizont bleiben.

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeiten und das Vertrauen, das mir bei Horizont entgegengebracht wird. Wenn meine Gesundheit es zulässt, würde ich gerne bis zur Rente hierbleiben.